Samurai 侍

Samurai ist das Wort für eine japanische Krieger Kaste und für ein Mitglied dieser Kaste. Samurai wurden in zahlreichen Filmen, Büchern, Comics, Fersehfilmen und Theaterspielen glorifiziert. Sie sind eine Quelle der Faszination für Erwachsene und Kinder auf der ganzen Welt.

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Die Ursprünge der Samurai Klasse

Die japanische Samurai Kaste entstand im 12. Jahrhundert, als zwei mächtige japanische Clans heftige Kriege gegeneinander führten - die Taira und die Minamato. Zu dieser Zeit entstand auch das japanische Shogunat, ein System militärischer Führer, der Shogun. Unter dem Shogun war die nächst niedrigere Hierarchie der Daimyo, lokalen Herrschern, die den europäischen Fürsten vergleichbar sind. Die Samurai waren die militärischen Diener eines Daimyo .

Vermutlich haben Sie das Wort Ronin schon mal gelesen oder gehört. Ronin sind Samurai ohne einen Herren. Genau das war das Schicksal der 47 Ronin in der berühmten Geschichte von Chushingura, nachdem ihr Daimyo gezwungen wurde, Selbstmord zu begehen.

Nach Ansicht von Historikern waren die heftigen Kämpfe zwischen feindlichen Clans und Kriegsherren hauptsächlich ein Kampf um bewirtschaftbares Land. Nur 20 Prozent von Japans gebirgiger und zerklüfteter Landschaft kann für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden.

Attribute und Privilegien der Samurai

Samurai zu Pferd
Samurai zu Pferd
von Keishu Takeuchi 1861-1942

Die Samurai hatten einige weitreichende Privilegien. Sie durften zwei Schwerter tragen - ein langes und ein kurzes. Gewöhnliche Bürger durften überhaupt keine Waffen tragen. Es gab sogar Zeiten, als ein Samurai das Recht hatte, einen gewöhnlichen Bürger zu enthaupten, wenn ihn dieser beleidigte.

Innerhalb der Samurai Kaste gab es wiederum verschiedene Ränge mit unterschiedlichen Privilegien. Eine Rangordnung aus dem zwölften Jahrhundert unterschied drei Klassen von Samurai.

  • Kenin - was soviel wie "Hausmänner" bedeutet. Sie waren die Verwalter oder die Vasallen.
  • Berittene Samurai - nur Samurai in hohem Rang war es erlaubt zu Pferde zu kämpfen.
  • Fußsoldaten

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts, hatte das Shogunate Ashikaga die Kontrolle über das Land verloren. Mächtige Feudalherren hatten Japan in einer Reihe von Bürgerkriegen verwüstet, die ungefähr 100 Jahre lang dauerten. Als Toyotomi Hideyoshi Japan schließlich vereinigen konnte, führte er eine Reihe von Reformen ein, die das Leben der Samurai Klasse änderte. Er veranlasste, dass die Samurai ihren festen Wohnsitz in den Burgen hatten. Zuvor hatten die Samurai in Friedenszeiten ihr eigenes Land bewirtschaftet. Dieser Schritt war vergleichbar mit der Umwandlung einer Armee von Wehrdienstpflichtigen in eine Armee von Berufssoldaten. Um das neue System zu finanzieren, führte Toyotomi Hideyoshi ein Reisbesteuerungsystem ein, unter dem jeder Samurai eine bestimmte Menge Reis abhängig von seinem Rang erhielt.

Die Samurai Klasse hatte einen Verhaltens Codex namens Bushido, was soviel heißt wie "Weg des Kriegers". Der zentrale Punkt der Bushido Lehre war die völlige Loyalität gegenüber dem eigenen Herrn, dem Daimyo.

Die Zugehörigkeit zur Samurai Klasse wurde vererbt.

Seppuku

Samurai Krieger in voller Rüstung
Samurai Krieger in voller Rüstung
von Yoshitoshi Taiso 1839-1892

Seppuku ist ein ritueller Selbstmord und wurde als ehrenhafter Tod angesehen. Seppuku war ein Teil des Bushido. Hara-kiri bedeutet wortwörtlich "Magen-Aufschneiden" und war die praktizierte Form von seppuku. Außerhalb einer Schlacht wurde es in einer formalen Zeremonie durchgeführt. Bei dem Ereignis waren sogar Zuschauer zugegen. Die Handlung war schmerzlich. Die Person, die hara-kiri beging, musste von unten ansetzend den Magen aufschneiden. Nachdem das vollbracht war, streckte der Selbstmörder den Hals nach vorne. Ein Assistent wartete hinter ihm und musste den Selbstmörder mit einem Schlag seines Samurai Schwertes enthaupten.

Die Anlässe für Seppuku standen immer im Zusammenhang mit dem was Japaner als Ehre und Schande verstanden. Ein Anlass für Seppuku war der Tod des eigenen Herrn. Es war ein Ausdruck der Trauer über den Tod des Herrn und zugleich die extremste Bekennung zur völligen Loyalität gegenüber dem Herrn. Andere Gründe waren Bestrafung. Seppuku konnte auch Ausdruck des persönlichen Widerspruchs mit dem eigenen Herrn sein. Ein häufiger Grund für Hara-kiri war eine verlorene Schlacht. Man wollte damit der Schande entgehen in die Hände des Feindes zu fallen.

Der rituelle Selbstmord wurde nicht von allen hochrangigen japanischen Herrschern akzeptiert. Im Jahre 1603 und erneut im Jahr 1663 wurde es sogar offiziell verboten. Es wurde aber trotz des Verbots weiterhin praktiziert.

Die Idee, dass ein achtbarer Tod besser ist, als ein Leben in Schande lebt bis in die heutigen Tage in Japan fort. Japan hat die höchste Rate von Selbstmorden in der Welt. Japaner töten sich für misslungene Geschäfte oder weil sie ein Examen nicht bestanden haben.

Niedergang und Ende der Samurai Klasse

Während des Shogunate der Tokugawa von 1603 bis 1867 - bekannt als die Edo Periode - lebte das Land im Frieden. Die Samurai Kriegerklasse war ohne Beschäftigung. Deshalb übernahmen sie andere Aufgaben, in der Bürokratie zum Beispiel.

Im Jahre 1867 dankte der letzte Shogun ab und der Kaiser wurde nach Jahrhunderten wieder als tatsächlicher Herrscher Japans eingesetzt. Im Jahre 1871 wurden das alte Feudalsystem und die Privilegien der Samurai Klasse offiziell abgeschafft. Die Daimyo mussten das Land dem Kaiser zurückgeben. Sie und die Samurai erhielten Pensionen vom japanischen Staat und wurden quasi in Rente geschickt.

Historiker schätzen den Prozentsatz der Samurai Klasse an der Gesamtbevölkerung auf 8 Prozent. Die Abschaffung der Samurai Klasse führte zu erheblichen sozialen Problemen. Viele konnten ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten. Es gab Fälle, in denen Samurai Frauen sich an Bordelle verkauften, um die Familie zu ernähren.

Die Satsuma Rebellion 1876-1877

Tanzender Samurai
Tanzender Samurai
von Sadahide Utagawa 1807-1873

Viele Samurai waren mit ihrer Situation und dem Verlust ihrer ehemaligen Privilegien äußerst unzufrieden. Sie sammelten sich unter Saigo Takamori, Einem Samurai und Staatsmann aus der südlichen Region der Insel Kyushu. Saigo hatte für die neue Meiji Regierung sogar in einer führenden Position gearbeitet. Aber nach einigen Jahren opponierte er gegen die politischen Reformen der Meiji Regierung. Er beendete seinen Dienst und scharte um seinen Wohnsitz Kyushu eine Gruppe von Samurais, die der zentralen kaiserlichen Regierung feindlich gegenüber standen.

Im Jahre 1877 kam es zur offenen Auseinandersetzung. Die Rebellen wurden von Saigo Takamori angeführt. Es war ein Zusammentreffen traditioneller Samurai Waffen gegen eine moderne Armee, die mit westlicher Technologie ausgerüstet und in moderner Kriegsführung ausgebildet war. Die Samurai Rebellen kämpften tapfer aber wurden innerhalb weniger Monate aufgerieben. Saigo Takamori wurde verwundet und beging nach Samurai Tradition Selbstmord.

Saigo Takamori wurde für die Japaner zur Symbolfigur des legendären Helden. Der siegreiche Kaiser traf eine weise Entscheidung. Er begnadigte Saigo posthum.

Samurai im modernen Japan

Obgleich Samurai keinen amtlichen Status im heutigen Japan haben, geniessen die Nachkommen der Samurai Familien nach wie vor eine hohe Achtung unter der japanischen Bevölkerung.

 

English:

 

 

Samurai, ca. 1810
Japanese Prints - more articles
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by Toyohiro Utagawa 1773-1828
copyright protected

Samurai is the word for a Japanese warrior class and for a member of this class. Samurai warriors have been glorified in numerous films, books, comic series, TV shows and theater plays. The Samurai history is a source of fascination for adults and children all over the world.

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Japanese Samurai and their Origins

The Japanese samurai warriors came into existence in the 12th century when two powerful Japanese clans fought bitter wars against each other - the Taira and the Minamato. At that time the Japanese shogunate, a system of a military ruler, called the shogun was formed. Under the shogun the next hierarchy were the daimyo, local rulers comparable to dukes in Europe. The Japanese samurai were the military retainers of a daimyo. And finally you may have heard of the 47 ronin. Ronin are samurai without a master. This is what happened to the 47 Ronin in the famous story of Chushingura after their lord was forced to commit suicide.

According to historians the fierce fights between hostile clans and war lords was mainly a battle for land. Only 20 percent of Japan's rugged and mountainous area can be used for agriculture.

Attributes and Privileges

Samurai and Horse
artelino - Art Auctions
artelino - Art Auctions
by Kiyochika Kobayashi 1847-1915
copyright protected

Samurai warriors had several privileges. They were allowed to wear two swords - a long one and a short one. Commoners were not allowed to wear any weapons at all. At a certain period samurai warriors were even allowed to behead a commoner who had offended them.

The Japanese samurai caste itself had different ranks with different privileges. A basic ranking system from the twelfth century distinguished three major ranks:

  • kenin - meaning "housemen". They were the administrators or vassals.
  • mounted samurai - Only high-ranking samurai warriors were allowed to fight on horse-back.
  • foot soldiers

During the end of the 15th century, the Ashikaga shogunate had lost control over the country. Powerful feudal lords had ravaged Japan in a series of civil wars lasting for roughly 100 years. When Toyotomi Hideyoshi could finally unify Japan, he introduced a series of reforms thus changing the life of the samurai class. He made the samurai live permanently in castles. Until then they were farming their own land during peacetime. It was like the change from an army of draftees to an army of professionals. To finance the system, Toyotomi Hideyoshi introduced a rice taxation system under which every samurai warrior received a certain amount of rice depending on his rank.

The samurai warriors had an ethic code of behavior called bushido, meaning "way of the warrior". The central point of the bushido was complete loyalty towards the lord, the daimyo.

Belonging to the Japanese samurai class was a hereditary membership.

Seppuku

Samurai
Japanese Prints - Intro
Japanese Prints - Intro
by Kunichika Toyohara 1835-1900
copyright protected

Seppuku is a ritual suicide and considered as an honorable death. Seppuku was part of bushido. Hara-kiri means literally "stomach-cutting" and was the practiced form of seppuku. When done outside a battle, it was performed in a formal ceremony. Spectators attended the event. The act was a painful one. The person doing hara-kiri had to slice up his abdomen. When finished he stretched out his neck. An assistant was waiting behind him and had to behead the suicide with one stroke of his sword.

Reasons for committing seppuku were connected to honor and disgrace. One occasion for committing seppuku was the death of the lord. It was an expression of grief at one's master's death and was the utmost form of loyalty to the lord. Other reasons were punishment. Seppuku could also be a way of showing a disagreement with one's master. A frequent reason for committing hara-kiri was in a lost battle to avoid the disgrace of falling into the hands of an enemy.

The ritual suicide was actually not supported by all high-ranking Japanese. In 1603 and again in 1663 the practice was largly forbidden. But it continued nevertheless.

The idea that an honorable death is better than a life of disgrace continues in modern Japan. Japan has the highest rate of suicides in the world. Japanese kill themselves for failing in business or for not passing an exam.

Decline and End of the Samurai History

Japanese Print
Samurai Kumagai
Seppuku
Seppuku
by Kunisada Utagawa 1786-1865
copyright protected

During the Tokugawa shogunate from 1603 to 1867 (the Edo period) the country lived in peace. The samurai warrior class had basically nothing to do. Now they took other tasks, in the bureaucracy for instance.

In 1867 the last shogun resigned and the emperor was reinstalled as the formal leader of Japan. In 1871 the old feudal system and the privileges of the Japanese samurai class were officially abolished. The daimyo had to return the land to the emperor for which they received pensions by the Japanese state.

Historians estimate the percentage that belonged to the samurai class at 8 percent of the overall population of Japan. The abolishment of the samurai class caused severe social problems. Many samurai did not know how to make a living and survive. There were cases of samurai wives who sold themselves to brothels to support the family.

The Satsuma Rebellion 1876-1877

But Samurai history had not yet ended. Many samurai were desperate with their situation and the loss of their former status. They gathered under Takamori Saigo, a samurai and statesman who had worked for the local clan leader of Satsuma in the southern region on the island of Kyushu. Saigo had served the new Meiji government well in leading positions and had carried many of the Meiji reforms. But after several years he became dissatisfied with the directions the Meiji government took. Major issues of disagreement were the far-reaching measures to abolish the old samurai privileges and the refusal to invade and occupy Korea as proposed by Saigo Takamori. He quit and gathered around his Kyushu residence an army of samurai warriors hostile towards the central imperial government.

Japanese Triptych Print
Samurai Pictures
Samurai Pictures
by Chikanobu Toyohara 1838-1912
copyright protected

In 1877 it came to open military conflicts. The rebels were lead by Saigo Takamori. It was a clash of brave fighters equipped with inferior weapons against a modern army with Western technology and trained in modern Western warfare.

60,000 government troops faced 20,000 rebels. After several lost battles Saigo and 300 die-hard samurai had retreated to the hills of Shiroyama near their hometown of Kagoshima. Exhausted and without ammunition and food, the last samurai knew that they had no chance. In the morning hours of September 24, 1877 the artillery shelling by the government forces began. Saigo Takamori was wounded and committed suicide in samurai tradition - the last samurai beheaded each other.

Saigo Takamori became a hero for the Japanese. The victorious government made a clever move many years later. They pardoned Saigo posthumously and honored him as a national hero.

Samurai in Modern Japan

Although samurai do not have any official status in today's modern Japan, descendants of samurai families still enjoy a high esteem among the Japanese population.

Dieter Wanczura
(August 2001, updated March 2009)

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